Sonntag, 1. Februar 2015

Flohmarkt. Oder: Wie laut darf man eigentlich sagen, dass es einem nicht gut geht?

Wenn etwas, das einen im Normalfall in pure Verzückung versetzen würde, es plötzlich nicht mehr tut, ist etwas seltsam. Dieses Wochenende schloss meine Lieblingströdelhalle ihre Pforten endgültig. Die Gelegenheit für Schnäppchen und eigentlich ein Grund zur Vorfreude (natürlich nicht nur, denn die Halle ist ja nun dicht...) auf einen wundervolles Trödelwochenende, das meine Spülmaschine mit neuem alten Porzellan und meine Wände mit neuen alten Bildern füllen sollte. Klar, das ist auch passiert. Aber irgendwie.... irgendwie kann ich mich nicht so richtig freuen. 



Schon seit Wochen trage ich eine seltsam melancholische Trübsalsstimmung durch die Gegend. Meine Mitmenschen haben mehr oder weniger damit zu kämpfen, die einen sagen: "Hey, alles wird gut!", die anderen... und der besondere andere sagt "Joa, machste nix, gute Besserung, meld Dich wenn Du gesund bist. Ich versteh Dein Problem nicht." 

Und eigentlich habe ich ja auch gar kein Problem. Toller Job, tolle Freunde, tolle Familie, ein Tattootermin in allernächster Zukunft, eine Burlesque-Tanzkurs in einer Woche. Menschen, die sich für mich interessieren und mir Gutes wollen. Aber das hilft nicht. Warum ziehen mich Dinge, die mich sonst kalt lassen würden so runter? Warum ist das starke Tolle in meinem Leben plötzlich schwächer als das Negative? Warum lassen mich Dinge, die mich sonst in höchste Quietsch-Laune versetzen völlig kalt? Wo ist meine Kreativität hin? Und meine Geduld?

Wo ist die gut gelaunte, starke, positiv denkende, durch nichts aus der Ruhe zu bringende Susanne hin, und wer ist das Häufchen Elend, das immerzu in Tränen ausbrechen könnte? Ich mein, das ist doch total bescheuert. Leicht reizbar, traurig, unsicher und ungeduldig.... wer will so jemanden schon haben? Aber abstellen lässt sich das nicht so einfach. Meine Mitmenschen brauchen gerade sehr viel Nachsicht mit mir. Und was hilft es, sich ständig zu entschuldigen, wenn das die Umgebung nur noch mehr nervt? Weil Du nicht mehr einschätzen kannst ob Du der große Stressfaktor der anderen bist. Weil Du nicht in der Lage bist zu beurteilen, wie anstrengend Du gerade bist. Ob Du anstrengend bist. Du willst ja auch niemandem auf die Nerven fallen... Wie laut darf man guten Gewissens sagen, dass es einem schlecht geht und man dringend ein bisschen Hilfe braucht. Und was darf man dann erwarten? Darf man was erwarten?

Ich brauche Sonne und Wärme... und eine Leiter aus dem dämlichen Loch, in dem ich gerade fest hänge.


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